Polyneuropathie: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Der Begriff „Polyneuropathie“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt „Erkrankung mehrerer Nerven“. Die Erkrankung beginnt oft mit unangenehmen Reizerscheinungen wie Kribbeln, brennenden Empfindungen oder Taubheit an den Füßen. Viele Betroffene beschreiben zusätzlich ein Gefühl von Schwellung, Druck oder das Empfinden, wie auf Watte zu gehen. Auch elektrisierende oder stechende Schmerzen können auftreten. Zunächst sind meist nur die Zehen und Fußballen beidseitig betroffen, doch im Laufe von Monaten oder Jahren breiten sich die Symptome auf die Füße und Unterschenkel aus, oft in einer socken- oder kniestrumpfartigen Verteilung. Später können auch die Oberschenkel, Hände und Fingerspitzen betroffen sein.


Symptome der Polyneuropathie

  • Frühsymptome: Kribbeln, Taubheit und brennende Schmerzen, vor allem an Füßen und Zehen.
  • Fortschreitende Symptome
  • Verlust des Temperaturempfindens: Badewassertemperatur wird oft falsch eingeschätzt.
  • Lähmungen: Muskelschwund und Gangstörungen treten auf, häufig durch geschwächte Fußheber oder -senker.
  • Störungen des Lageempfindens: Unsicherheiten beim Stehen und Gehen führen zu Schwindel und Stürzen.
  • Veränderungen der Reflexe: Achilles- und Kniesehnenreflexe sind abgeschwächt oder fehlen ganz.
  • Hautveränderungen: Bläuliche oder weißliche Verfärbungen sowie gestörte Schweißsekretion im betroffenen Bereich.
  • In schweren Fällen kann auch das Schmerzempfinden abnehmen, wodurch Verletzungen an den Füßen unbemerkt bleiben. Besonders bei Diabetes mellitus kann dies zu Druckgeschwüren führen.


Entstehung und Ursachen

Polyneuropathie betrifft die peripheren Nerven außerhalb von Gehirn und Rückenmark. Diese arbeiten ähnlich wie elektrische Leitungen, wobei Schäden entweder am inneren Strang (vergleichbar mit dem Kupferdraht) oder an der umhüllenden Isolierung auftreten können. Da längere Nerven anfälliger sind, beginnen die Symptome oft in den Füßen und Zehen.


Häufige Ursachen

Erkrankungen:

  • Diabetes mellitus (ca. 35 % der Fälle in Deutschland)
  • Schilddrüsenfehlfunktionen, Nierenversagen, Lebererkrankungen
  • HIV/AIDS, Krebserkrankungen, Amyloidose
  • Vitaminmangel: B1, B2, B6, B12, Vitamin E
  • Toxische Belastungen: Alkoholmissbrauch, Schwermetalle (z. B. Blei, Arsen)
  • Medikamentennebenwirkungen: z. B. durch Chemotherapeutika oder HIV-Therapien
  • Genetische Veranlagungen: Zahlreiche erbliche Formen sind bekannt.
  • Diagnostik
  • Die Diagnose erfordert eine umfassende neurologische Untersuchung:
  • Anamnese und klinische Untersuchung: Eine detaillierte Erfassung der Krankengeschichte und Symptome ist der erste Schritt


Elektrophysiologische Untersuchungen:

Messung der Nervenleitgeschwindigkeit

Elektromyographie (EMG) zur Analyse der Muskelfunktion

Blutuntersuchungen: Ermittlung möglicher Ursachen, wie Vitaminmangel oder Entzündungen.

Liquor-Untersuchung: Bei Verdacht auf entzündliche Ursachen.

Bildgebung: MRT bei Verdacht auf zusätzliche Erkrankungen, wie z. B. Spinalkanalverengungen.

Therapieoptionen


Die Aussage, dass bei Polyneuropathie „nichts gemacht werden kann“, ist falsch. Es gibt viele Therapieansätze, die eine Verbesserung und in manchen Fällen sogar eine Heilung ermöglichen.


Behandlung der Ursachen

  • Optimierung der Diabetes-Therapie
  • Absetzen oder Ersetzen nervenschädigender Medikamente
  • Beenden toxischer Expositionen (z. B. Alkohol, Schwermetalle)
  • Alkoholabstinenz: Schon geringe Mengen können die Heilung behindern.
  • Symptomatische Behandlung
  • Schmerzlinderung:
  • Medikamente gegen neuropathische Schmerzen
  • Neural-Akupunktur zur Reduktion von Missempfindungen


Behandlung von Lähmungen:

  • Physiotherapie zur Stärkung der Muskulatur und Verbesserung des Gleichgewichts
  • Ergänzung durch elektrische oder magneto-elektrische Stimulationsverfahren
  • Entzündliche Polyneuropathien:
  • Cortison-Infusionen, Immunglobuline oder Plasmapherese („Blutwäsche“)
  • Präventive Maßnahmen
  • Regelmäßige Fußkontrollen, insbesondere bei Diabetes, um Verletzungen und Druckgeschwüre frühzeitig zu erkennen.
  • Angepasste Schuhe und Hilfsmittel zur Vermeidung von Druckstellen.


Fazit: Polyneuropathie ist eine komplexe, aber oft behandelbare Erkrankung. Eine frühzeitige Diagnose und konsequente Therapie können die Lebensqualität der Betroffenen erheblich verbessern und in vielen Fällen eine vollständige Heilung ermöglichen.


Erfahre mehr in unserem nächsten Artikel wie vibrancell mit dem eCHI FrequenzChip Erfolge in einer Beobachtungsstudie mit MItgliedern des Netzwerk Polyneuropathie erzielt hat.


eCHI SchmerzFreund
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